Richard Wagner

Bei vielen Übersetzungen ist weder ein dichterischer noch ein musi-kalischer Verstand tätig gewesen, sondern sie wurden von Leuten, die weder Dichtkunst noch Musik verstanden [...] ungefähr so über-setzt, wie man Zeitungsartikel und Kommerznoten übersetzt.


Riccardo Muti

Mozart – und hier spreche ich nur über seine italienischen Werke – entnahm seine Tempi aus dem natürlichen Redefluss. Wenn man die mehrfache Bedeutung der einzelnen Worte nicht versteht, kommt es zwangsläufig zu allzu raschen oder langsamen Tempi. [...] Das Tempo – dies trifft übrigens auch auf Verdi zu, der sein Leben lang eine Partitur des Don Giovanni auf seinem Klavier liegen hatte – ist daher von der Sprache diktiert.



  Nicolai Gedda

Eine gründliche Kenntnis der Sprache jeder Oper, die wir singen, ist ganz wichtig, nicht nur, damit wir verstehen, was wir singen, sondern vor allem deshalb, weil der Musikstil sehr viel mit den Charakteristika der entsprechenden Sprache zu tun hat, und mit einer korrekten Aussprache löst man schon das halbe musikalische Problem. [...] Wenn man die Sprache nicht kenn und mit einem aus-ländischen Akzent singt, dann klingt es einfach nicht „richtig“, und das Ergebnis wird nie befriedigen. [...] Einen Akzent loszuwerden, ist beim Singen einfacher als beim Sprechen: Man muss an jedem Vokal, an jedem Konsonanten, an jeder Silbe arbeiten und versuchen, alles so perfekt wie möglich auszusprechen. Diese Art von Perfektion, diese „Richtigkeit“ ist ein wesentlicher stilistischer Bestandteil jeder Oper.